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Hans Günter Kastner

geboren 1941 in Lienz/Osttirol,

lebt mit der Familie in Salzburg.

wurde durch sein Interesse an Fotografie und Literatur zu eigener Lyrik angeregt.

1992 m. a. Preisträger des Lyrikwettbewerbes „Brachland“

2. Platz des Leserpreises der Gesellschaft der Lyrikfreunde 2008

Anerkennungspreis des Lyrik-Wettbewerbes „Offener Himmel“,
Salzburg. 2005

1. Platz des Leserpreises der Gesellschaft der Lyrikfreunde 2016

Zahlreiche Einzel– und Gruppenlesungen

Veröffentlichung von Gedichten in „Radio Salzkammergut“ und in diverse Lyrik– und Haiku-Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften

Viele Gedichte wurden vertont;

das Gedicht „“Bethlehem 2002“ ins Arabische übersetzt

Werke:
„Herr, dein Jahr“, Fotos, Texte, 1989

„Siegel der Schritte“, Gedichte, 1994 (vergriffen)

„Am Quellgrund der Sprache“, Gedichte und Gedanken, 2003 (vergriffen)

„Das Kuckucksei ist auch dabei“ - Tiere menschlich gesehen, 2012
Ernste und unernste Beschreibungen mit vorder- und hintergründigen Gedanken

„Ein kleiner Wegbegleiter“ - Gedanken zum Innehalten und Nachdenken,
Kleinformat, handgeschrieben.

Alter

Das Leben blüht noch einmal auf,
erscheint der Herbst im Lebenslauf.
Dann hat die Traube, die gegärt,
zu edelm Weine sich geklärt.

Die Reife ist‘s, die‘s Alter prägt,
mit der es seine Würde trägt,
und die Erfahrung, die es hat,
macht manche Wogen wieder glatt.

So Vieles, mit Bedacht gesehn,
erscheint im Rückblick wieder schön,
denn wenn die Einsicht wiederkehrt,
gewinnt die Nachsicht neu an Wert.

Verständnis macht Gedanken mild
und bringt auch Tiefe noch ins Bild,
weil sich das Dunkel noch erhellt
und, neu betrachtet, gut gefällt.

So lässt sich in Zufriedenheit,
die manch‘ Vergangnes wohl verzeiht,
die Tage noch die schönsten sein
im letzten Herbstlich-Sonnenschein.

Bei der Verleihung des Leserpreises 2008

für das Gedicht

Sprache

Ohne Feuer im Herzen
sind wir kalt;
ohne Worte auf den Lippen
stumm
ohne Taten
leblos

ABEND

Stille prägt die Abendstunde,
Worte bleiben nur gedacht,
und es heilt so manche Wunde,
die der Tag mit sich gebracht.

Ruhe eingekehrt auf Plätzen,
in den Winkeln döst die Zeit.
Aufgehört hat alles Hetzen,
sanft entweicht Betriebsamkeit.

Wie von irgendwo gekommen
zieht ein Hauch von Frieden ein,
hat in Herzen Platz genommen
und lässt Schmerz vergessen sein.

VENEDIG

Jede Welle,
die an die Fassaden rollt,
Zungenschlag des Verfalls.
Der Atem der Kanäle
kriecht unter die Haut.
Brüchiger Glanz
und blätternder Putz,
im bleichen Licht der Lagune
wie überpudert.
Karneval und Allerseelen
zugleich.

Kontakt::
Hans Günter Kastner
Schmiedkreuzstraße 1/17
A– 5020 Salzburg

Tel.: 0662 43 56 48