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Gotho Senta Bleier

Auf deiner offenen Hand

 

Tanzen möchte ich auf deinerr offenen Hand,
wirbelnd mich drehen
mit den Sonnenstrahlen,
liebkost vom Wind

säuselnd und singend um mich.
Doch halt, ganz sanft lege ich
meine Hand auf deine
und streichle darüber hin.
Nun ruhe ich aus,

den Blick zum tiefblauen Himmel gewandt.
Schließe deine Hand
und lass mich in deiner Geborgenheit
das Leben spüren.

Auf dem Bahnhof

 

In Mäntel und Jacken kriechende Kälte
Auf einer Bank kauerndes Unglück
in Menschengestalt.
Gefrorene Wassertropfen auf Leitungen.
Ein vorbei donnernder Zug,
viel zu laut.
Von alt gewordenem Warten
und Hasten klebriger Boden.
Neben großen Koffern stehendes Heimweh.
Viel zu viele nackte Schienen
warten
bangen
und doch in der Ferne
ein Funken Hoffnung.

Gehe hinaus in die Natur

 

Gehe hinaus in die Natur
und laß der Stadt ihr Raunen.
Wandere in die Wälder, auf die Almen.
Greife nach den Wolken,
in das Blau des Himmels.
Summe mit den Bienen,
mit den Vögeln singe.
Träume mit den Blumen,
mit den Schmetterlingen tanze.
Hilf der Spinne bei dem Weben ihrer Silberdeckchen.
Leih dein Ohr dem Rauschen in den Bäumen.
Atme die Stille ein
und trage sie in das Raunen der Stadt.

wurde 1942 in Graz geboren.

Sie schreibt vorwiegend Gedichte und lyrische Prosa.

Veröffentlichungen in mehreren Anthologien und Literaturzeitschriften.

Verfasserin eines Kasperlgeschichtenbuches.

Mitglied bei mehreren Literaturvereinen, und

bei öffentlichen und privaten Lesungen zu hören.