Textfeld:

Elisabeth Aigner

geboren 1935 in Brixen in Südtirol. 1940 mit den Eltern nach Innsbruck ausgewandert.
Seit einigen Jahren sesshaft in Bad Aussee.

Die Liebe zur Musik war schon früh vorhanden, begann mit dem Gitarrespiel und dem Singen im Kirchenchor.
Die eigenen Liedtexte entstanden erst später, als sie im reiferen Alter auch ihre Liebe zur Lyrik entdeckte.

Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften.
Mitglied in verschiedenen Literaturvereinigungen,

1996 Herausgabe einer CD mit Eigenkompositionen und Gedichten.

Kontakt:

Tel: 0664 45 24 913  oder      homepage@lyrikfreunde.at

   Ich wüsste nicht …

Ich wüsste nicht,
was ich mir sollt’ ersehnen
noch Schöneres für dieses Land.

Ich wüsste nicht;
was ich mir sollte suchen
was nicht schon Gottes Sinn erfand.

Ich wüsste nicht,
wo ich mir könnte malen
ein Bild das schön’re Träume webt.

Ich weiß schon längst
dass diese Liebe in mir nie mehr vergeht.

Im alten Park
(Una perdita dolorosa)

Am Weiher sitze ich träumend,
sie haben diesen Park totgesagt.
Die Bäume meine Freunde
noch lebendig und stark.

Mein Schmerz ist groß;
sie ahnen nichts von ihrem Los:
bald herrscht hier Leere
wenn sie fallen,
und das Grün ein stählernes Gerät zermalmt.

Wenn die Idylle stirbt,
wenn alter Eichen Bestand
Beton und Asphalt
weichen muss,
wo werden unsere Kinder spielen?

Am Weiher gesessen
und Trauer gefühlt.
Ein Blick zurück ins Märchenland,
Veränderung, Diktat der Zeit?

Endgültigkeit trifft mich ins Mark!

Aphorismen

Wie lebendig ist das Leben
wenn wir es reich an Fülle
auskosten dürfen
aber wird uns Gott eines Tages
aus der Undurchsichtigkeit
der Leere herausreißen?

Nütze die Zeit der  Fülle
die dir die Jugend entgegenbringt
dann ist die Leere welche im Alter
ihren Platz behauptet
leichter zu ertragen.

Saitenspiel

Das Leben ist wie ein Saitenspiel,
entlockt ihm die zartesten Weisen,
bringt wunderschöne Töne gar viel.
Es scheint, kein Trübsal könnt’ sie zerreißen.
Doch es kommen Tage, an denen
verstimmt Disharmonie aus den Saiten klingt.
Drum schlage nur friedvolle Töne an
und lasse die Saiten schwingen.
Die dunklen Tage aber flicht mit ein,
denn die Töne der Saiten, sie müssen verklingen!

Die CD

zum Anhören und zum Download (mp3):

Träume

Melodie und Text:
Elisabeth Aigner

Foto: H. Massong